|
|
  |
| Es stimmt. Der morgendliche Toscana-Nebel hat wahrhaftig einen Blaustich.
Is keine fotografische Raffinesse, kein Trick. Kilometer für Kilometer löst sich an diesem Morgen das "Tosana blue" langsam auf. Ich döse auf dem Beifahrersitz, leicht, nein, mächtig übernächtigt, voll von wunderbaren Eindrücken von dieser genialen Workshop-Woche. Reflektiere, gebe ein paar freudige Tränen frei.
Es war soooo schön. Es war nicht nur eine tolle Einführung in die Samba-Percussion, es war auch.... eine Lektion in: LA VIE EST BELLE
|
 |
 |
Neben der großzügigen Verabschiedung am Abend haben wir auch ein morgendliches liebevolles Verabschiedungskomitee. Unsere Zimmernachbarinnen sind früh morgens um 6 Uhr aus ihren Schlafsäcken gekrabbelt, stehen da leicht bekleidet, frieren, trippeln von einem Fuß auf den anderen, umarmen, küssen und "tschüssen" uns, wünschen uns eine gute Rückfahrt. C. bekennt: "Ich hab´ vorhin das Surren der Reisverschlüsse von euren Taschen im Traum mit in den Groove eingebaut. C. scheint es besonders schwer erwischt zu haben. Sie stellte schon am Abend zuvor in der Pizzeria, in einer Mischung aus Faszination und Entrüstung, fest: "Ich krieg´ den Beat nicht aus dem Kopf.... Ich kau´ den Beat...."
|
...days before...
Zwei Tage vor Workshop-Beginn geht noch eine kompakte Info-Mail von Anne an uns. Bringt Biobrot mit, Orangensaft, was zum Frühstück etc. Sie entschuldigt sich, will nicht dirigistisch klingen. Ich bin beeindruckt, da sitzt Power, da sitzt brasetti hinter. Jede muss einen Teil mit einbringen. Is doch klasse organisiert, strukturiert. Hut ab. Oder "chapeau" wie der Franzmann zu sagen pflegt.
Ich habe eine Mitfahrgelegenheit ab Mannheim - Anne zu verdanken, mehr oder weniger. Denn sie hat rechtzeitig die Teilnehmerinnen-Liste rausgeschickt. "Schaut´ mal, tut euch zusammen...."
|
 |
...on the road...
Die Frau aus Mannheim ist klasse. Es ist schön, wir haben ein Ziel. Wir sind schnell vertraut, erzählen uns unser Leben. Meistern die Strecke "hand to hand". Dass der Kühler vom Auto verreckt, wir dreimal im St. Gotthard Tunnel halten müssen, weil das Auto qualmt und die rote Lampe leuchtet, ist zwar nicht lustig, nimmt uns aber nicht die Freude auf unseren Toscana-Workshop. Samstagmittag kurz vor 12 Uhr erreichen wir eine Werkstatt in einem Schweizer Örtli. Der Mechaniker schaut nach und lässt uns wissen: "No chance...". Wir kriegen einen Mietwagen. Schwarzer Golf mit Züricher Kennzeichen. Naja, der macht schon was her. Es ist viel Gewiggel, Stress haben wir aber nicht wirklich. Wir lachen uns an, sind zuversichtlich: "Das kriegen wir schon....".
|
 |
| Sieben Stunden später... sind wir endlich in Montaione. Aber noch lange, lange nicht am Casa Figline. Annes Wegbeschreibung sagt: "Am großen Baum links". Na prima. Im Dunklen sind alle Bäume groß. Wir fahren Montaione immer wieder aus allen Richtungen an. Und immer wieder begegnen uns Schilder mit: "Montaione 8 km". Göttin, wen wundert´s? Acht, die Zahl, das Symbol der Unendlichkeit. Vor uns eine kleine motorisierte italienische Tomatenkiste, hinter uns ein dicker BMW. Der BMW überholt uns, rammt die Tomatenkiste. Beide fahren unbeeindruckt weiter. Uns schockt auch nix mehr. Auch nicht, dass wir noch an einem Auffahrunfall vorbei müssen, bei dem die Leute am Straßenrand stehen und lautstark schimpfen. Irgendwann aber das Gefühl: Nach Hause.... Wir rufen Anne an: "Hol´ uns ab...." Zwei Minuten später ist sie da. Sie hat sich schon Sorgen gemacht, weil wir so spät sind, weil wir die Letzten sind. In der Gelateria kaufe ich noch vier Bier und lege dafür 12 Euro auf den Thresen. Is egal. |
 |
...coming home...
Endlich, endlich, in der Casa Figline angekommen haben die anderen Mädels uns schon liebevoll in der Küche den Tisch gedeckt.
In unseren Zimmern erwartet jede von uns ein Begrüßungsgeschenk. Ein Feigenblatt mit Blüten dekoriert und ein Paar Drummer-Sticks handsigniert von "ayebeegroove".
|
 |
...how to groove...
Sonntagmorgen. Göttliche Sonne. Lecker Frühstück. Ab 10 Uhr Body-Percussion und Singen im Kreis. Der Sechs-Achtel wir einstudiert. "Von dem träumt ihr heute Nacht noch", da ist sich Anne sicher. Tatsächlich begleitet der Sechs-Achtel, das "Nicht-einschlafen-können" in der Nacht und die Aufregung über die Entdeckung einer neuen Welt.
Die große Gruppe wird geteilt. Neun Frauen zu Anne, neun zu Janine.
Rhythmusübungen sind angesagt. Wir trommeln mit den Sticks auf den Biertisch. Konzentration ist gefragt. Ein Gefühl kriegen für die Sticks. Locker werden. So locker bis schwupps - slap - die Stöckchen im Feigenbaum landen. Lachen. Wir haben viel Spaß, es ist sehr angenehm. Und an die morgendliche Lockerungsmassage kann frau sich auch gut gewöhnen. "Ja", sagt Janine eines morgens als sie sich langsam, Wirbel für Wirbel, wieder aufrichtet und strahlend in die Runde schaut, "es ist doch schön, dass man nicht allein ist auf der Welt".
|
 |
...the dozis...
Anne und Janine, beide, sind ausgezeichnete Pädagoginnen. Sie lieben die Musik, den Rhythmus und das Trommeln und lehren einfühlsam mit Herz und Spaß, so dass es Freude macht mitzugehen.
Break. Lecker Mittagessen. Hilde, die Wilde, die gute Fee aus Berlin zaubert mit Angela und Antje raffinierte, galaktische Menüs, die die Sinne begeistern.
Am Nachmittag relaxen am Pool. Den inneren Sonnenkollektor aufladen mit toskanischer Wärme.
Spätnachmittags: Percussion-Lektion duo. Und wer am Abend noch fit ist und nicht schwächelt kann das Samba-, Salsa- oder Hip-Hop-dance Angebot noch mitnehmen.
|
 |
...the way it is...
Die Stimmung - all over - insgesamt - ist gut. Es ist kein Zufall, dass in dieser Woche zunehmender bzw. Vollmond ist. Und es ist auch kein Zufall, dass die morgendlichen Ethno-Gesänge wie Salemaleikum und dergleichen, so gut tun als hätten sie Heilenergie. Es ist definitiv so. Anne, wie könnte es anders sein - die Stierfrau - hat da so ihre guten Erfahrungen, weiß was gut tut und gibt das auch gerne weiter ohne sich selbst dabei präsentieren zu müssen - ohne Missionierungsintension. Sehr, sehr angenehm. Bewundernswert. Dazu passt ein Stück, das wir einstudieren, ganz besonders. Wie hieß es noch Anne? Ja, "La barca di mama". Das Mutterschiff. Isses nicht schön? Ja, es ist wirklich schön. Anne, die "alte" Kreuzfahrerin, gibt den Kurs vor und wer einsteigen will, darf es gerne tun.
|
 |
...in the nights...
Am Abend sitzen wir gut vermummt, weil es ja doch schon recht frisch wird, draußen. Der Chianti - is inklusive - schmeckt sehr, sehr gut. Frau macht sich miteinander vertraut, erzählt sich Lebens-, Liebes- und Trennungsgeschichten. Es ist schön hier auf "peace planet".
Lagerfeuer. Klanfe. Alle kramen ihre Favourits hervor. Klasse. .....all my bags are packed.... summertime, when the living is easy.... you who are on the road.... Es ist schon erstaunlich, was an so einem lodernden, wärmenden Lagerfeuer des Nächtens alles so "zu Tage" kommt.
Auch Anne, die sich ansonsten abends eher zurückhält und ihre Mädels machen lässt, hat Spaß. Sie bietet den Rahmen und schon in der Ankündigung hieß es: Eure Energie ist gefragt- Ihr prägt den Kurs!
Klar hat sie dann Spaß, wenn´s fruchtet und freut sich. Anne: "Ich staune immer wieder, was die Frauen alles so mitbringen, wie sie sich austauschen können, was sie sich alles geben können."
So - hat sie ihr Ziel dann erreicht.
Denn: La vie est belle.
|
 |
.. on the top...
Die Krönung all unseres Tuns ist der öffentliche Auftritt in Montaione am Freitagabend. Anne und Janine verzweifeln zwar am Nachmittag bei der Generalprobe an ihren Mädels. Oh Göttin, wir geben auch kein gutes Bild ab. Fast so als hätten wir alles vergessen.
Aber dann. Am Abend klappt es - natürlich- super. Wir - all together - sind eine geniale Combo.
Hui, es ist einfach ein Rhythmus, dass jede mit muss. Anne beschleunigt das Tempo, es geht ab wie die Post. Yipeeh. Es macht große Freude. Ich bin amüsiert. Könnte unser Opa dat sehen. Gut 35 Jahre liegt´s zurück, dass er mir ein Strohband um eine runde Bahlsen-Keksdose wickelte und mir diese als Trommel um den Bauch schnürte. Er gab den Rhythmus vom Spielmannszug, der beim Schützenfest spielte, vor. Und ich hab´ getrommelt und fühlte mich wie "best musican in town" in unserer kleinen Küche. Das Gefühl beim Auftritt in Montaione war vergleichbar genial. Richtig gespielt? Keine Ahnung. Spaß gehabt? Unendlich.
|
 |
...merci beaucoup, to all of you...
Ich nehme viel mit aus dieser Woche. Auf die Kurzformel gebracht sind es zwei Sätze, die unsere großen Meisterinnen zu sagen pflegten. Anne: "Haut rein Mädels, das groovt wie Sau. Janine: "Es ist doch schön, dass man nicht allein ist auf der Welt".
Ich bin fasziniert, berührt und werde es noch lange sein.
Dem JaHaa-Team (Janine, Anne, Hilde, Angela und Antje) ein herzliches Dankeschön für diese unbeschwerte, wunderbare Zeit.
Es stimmt. Der Nebel in der Toscana hat einen Blaustich und
"La vie est belle"!!!!!!!!
|
 |
the great performance...zum Abschluß - Marktplatz in |
1 Montaione 1 Std. Programm... |
dance....Macarena...Party |

Abschlußparty am letzten Abend
|
Abschlußmenu im "kleinen Schwarzen" |
oder mit Blume? |
Vor dem Abschluß-Menu...erwartungsvoll |
Tagsüber...immer drausssen |
 
Die beiden Kursleiterinnen:
Janine Jaeggi + Anne Breick (ayebeegroove) in Action |

Die Autorin dieses Berichtes: Ulla Wolanewitz, 40, lebt und fühlt sich wohl im Münsterland.
Arbeitet dort als Baufachfrau, Lokaljournalistin und Schreiberin.
Sie genießt die Begegnungen auf ihren Baustellen, ebenso wie "Baustellen" in ihren Begegnungen, weil sie dort die Geschichten ausgräbt über die sie so liebend gerne schreibt.
Und grundsätzlich ist sie davon überzeugt, dass "La vie est belle".
|
| zurück nach oben |
1000 Dank an Carola Back (Fotos) und Ulla Wolanewitz für die Unterstützung......sonst gäbe es keinen TOSCANA-Report 2002. |
|